Montag, 26. Dezember 2011

Ecuador


Cuenca 6.12-11.12


Cuenca ist die Stadt, in der Cristina lebt. Cristina ist eine Freundin von mir, die ein Jahr lang auf meiner Schule war. So stand fest, dass ich sie natürlich besuchen werde. Wer hätte gedacht, dass ich jemals in Cuenca sein werde um dort Cristina zu besuchen? Ich selbst nicht.
In Cuenca angekommen haben wir uns ersteinmal ins Kino begeben, da Cristina noch eine Prüfung hatte und uns erst später abholen konnte. Der erste Eindruck von Ecuador war wie eine andere Welt, große Häuser, dicke Autos und viel viel Europäischer als Peru, aber dazu später mehr. Es war schön Cristina nach fast drei Jahren wieder zu sehen. Sie holte uns mit Bianca ab, die für etwa fünf Monate bei Cristiana wohnte. Bianca kommt aus der Nähe meiner Heimatstadt und war Teil der Familie, bei der Cristina ein Jahr lang gelebt hat. Angekommen bei Cristina zu Hause lernten wir dann noch ihre ganze Familie kennen, die uns herlichst aufnahm.
Am nächsten Tag schauten wir uns mit Cristina ein tolles Museum an, das sich mit der Ecuadorianischen Kultur befasste und einfach super toll aufgebaut war und nicht so langweilig wie viele andere Museen. Nach dem Mittagessen mit der Familie fuhren Sarah und ich mit Cristinas Eltern und ihrer Schwester durch Cuenca. Sie zeigten uns ihre schöne Stadt, die sie sehr lieben! Cuenca besitzt tolle Cafés, Eisdielen und vorallem eine wunderschöne Altstadt mit tollen Kirchen. Der französische Einfluss in Ecuador ist an den Bauwerken auszumachen, da sich diese sehr von dem spanischen Einfluss in Peru abheben. Nachdem wir dann am nächsten Tag das Stadtzentrum auf eigene Faust erkundeten und uns die wunderschönen Gebäude anschauten, fiel uns auf, dass es in Ecuador scheinbar ganz normal ist, Bilder vom Teufel in der Kirche aufzuhängen und darauf hinzuweisen welche Sünden dorthin führen. Soetwas hatte ich in einer Kirche noch nie gesehen.



















 

Am Abend gingen wir dann auf eine Studentenfeier, auf der eine Band auftrat, die die Mädels aufschreien ließ und uns dazu brachte uns fremd zu schämen für all die kreischenden Mädchen. Auch ansonsten war das keine normale Studentenfeier. Die Männer hatten Anzüge an, die Mädels Kleider und hohe Schuhe. Da Cristina uns dieses Detail leider vorenthalten hatte, waren wir völlig underdressed und mein schönes Kleid lag bei ihr zu Hause im Rucksack... War dennoch ein ganz witziger Abend, der damit endete, dass wir in nem dicken Auto von Cristinas Kumpel nach Hause fuhren, jedoch eine Straße vorher stehen blieben und der Fahrer erst einmal eine Flasche Vodka herausholte und sich wie ganz gewohnt auch ein Glas eingoss. Alkohol am Steuer scheint in Ecuador völlig normal zu sein, wie wir in den nächsten Tagen bemerkten.
Am Samstag war es dann endlich soweit, Mittags fuhren wir mit der ganzen Familie Cuy essen (Meerschweinchen ist hier schließlich eine Delikatesse). Es schmeckt ähnlich wie Hühnchen, aber intensiver. Nicht schlecht auf jeden Fall, aber ich bleibe dnan doch bei Hühnchen. An so einem Tierchen ist aber nun nicht so viel dran und es dauert zudem eine Stunde bis es fertig ist, nachdem es über dem Grill gedreht wurde. Nach dem Essen stellte sich raus, dass Cuy im Normalfall nur ein bis zweimal im Jahr gegessen wird und uns Cristinas Familie schon an etwas tollem und nicht alltäglichem hat teilnehmen lassen. Nicht nur an diesem Tag gab es typisches Essen, an jedem Tag gab es etwas anderes, typisch Ecuadorianisches zu essen und wir probierten natürlich fleißig, damit uns später keiner sagen kann wir hätten ja keine Ahnung. Auch lernten wir viele Freunde von Cristina kennen, noch drei andere Deutsche die für 2 Monate einen Schüleraustausch machten und mit 15 besster Spanisch konnten als wir (wie gemein) und gingen an einem Abend nochmal typisch Cuencanisch feiern. Das sah folgendermaßen aus: wir wurden mit dem Auto abgeholt und fuhren in eine Schnapsbar, in der es wirklich fast ausschließlich Schnaps gibt. Zwischendurch gingen dann alle wieder nach draußen zu den Autos um dort weiter zu trinken. Der Fahrer natürlich auch. Dann ging es nochmal in einen kleinen Club, indem aber diesmal kein Kleidchen Pflicht war. Also ich kenne es ja aus Damme, dass die Leute sehr viel trinken und habe selten ähnliches erlebt, aber Cuenca kann da auf jeden Fall mithalten. Umso öfter musste ich mich allerdings dann dafür rechtfertigen, warum ich denn kaum was trinke - naja so ist das halt.

Sarah und ich über den Dächern von Cuenca






Ja - das haben wir gegessen (ist übrigens Schwein)



Braucht noch jemand ein Küken?

Am Tag unserer Abfahrt kochten wir dann für die ganze Familie. Es gab Bratkartoffeln mit Boulletten und selbstemachtem Blattspinat, da man den hier nicht tiefgefroren kaufen kann. Im Endeffekt war die Küche ein komplettes Chaos, aber das Resultat war lecker. Leider musste Cristinas Vater arbeiten, sodass wir uns von ihm nicht mehr verabschieden konnten. Die familiäre Zeit tat mal wieder gut, vorallem bei einer so tollen Familie.

Quito 12.12 - 15.12

Blick über Quito
Für Quito hatten wir einen Couchsurfer gefunden, bei dem wir dann sehr früh am morgen ankamen. Nachdem wir uns etwas erholt hatten, sind wir in Richtung Altstadt gefahren und haben uns ein bisschen umgesehen und versucht nen süßes Café oder ein nettes Restaurant zu finden. Fehlanzeige - war echt ätzend diese Sucherei. Am nächsten Tag suchte ich mir dann ein Hostal im neuen Zentrum, auch Gringolandia genannt, da mir die Unterkunft des Couchsurfers einfach viel zu dreckig war. So jedes Jahr einmal durchsaugen reicht halt doch nicht ;). Interessant war auch noch die Führung durch den Präsidentenpalast in Quito. Man besichtigt schließlich nicht jeden Tag den Palast de Präsidenten.
Plaza de Armas vom Präsidenten Palast aus
Einen Nachmittag suchten wir den Mittelpunkt der Welt auf, den Nullpunkt am Äquator, von dem Ecuador seinen Namen hat. Der eigentlich korrekte Nullpunkt liegt allerdings etwa 300 Meter weiter entfernt, aber scheinbar fanden die Franzosen diesen Punkt damals schöner.

Am 14.12 ging es dann in Richtung Mindo, zwei Stunden von Quito entfernt. Ein kleines Dorf das mitten im Urwald zu liegen scheint, indem man Schmetterlinge und Kolibris sieht, Wasserfälle bestaunen und Zip-Lining machen kann. Wir haben leider nicht alle Wasserfälle geschafft, da wir unseren Bus zurück bekommen mussten, aber das was wir gesehen haben war traumhaft schön. Auch die Schmetterlinge und Kolibris ließen wir uns nicht entgehen. Als Highlight ging es dann mit einer Superman-Pose fliegend über die Schlucht des Urwaldes.
Damit gings auf die Seite der Wasserfälle


Gemeingefährliche Gänse die mich nach diesem Bild angegriffen haben




Zip-Lining



















Wieder angekommen in Quito, war in Gringolandia die Hölle los. Ecuador spielte gegen Chile. Nachdem Chile gewann, war die Stimmung eher gedrückt, aber was solls. Trotz hoher Preise in Quito gönnten wir uns am Abend einen Cocktail, was wir aber direkt wieder bereuten, weil dieser einfach nur eklig war...
Die Basilika
Naja Quito zeigte sich für uns leider nicht von der schönen Seite, aber wahrscheinlich muss man auch hier leben, damit man die Stadt mag. Da mein Handy zudem noch kaputt gegangen war, musste ich mich auf meine eigenen Sinne verlassen, die mich dann am nächsten Tag auch zur rechten Zeit weckten, damit wir rechtzeitig die Seilbahn erreichen konnten, die uns zu unserem Wanderweg in Richtung Vulkan brachte. Problem nur, dass es so neblig war, dass an wandern nicht mehr zu denken war. Wir beschlossen dann kurzfristig schon an diesem Abend aus Quito zu flüchten. Wir fuhren durch den zähen Verkehr, kauften uns Bustickets und schauten uns noch die Basilika an, die wir noch sehen wollten. Abends ging es dann endlich raus aus Quito, nachdem uns zum kröhnenden Abschluss nochmal der Taxifahrer verarschte, wir ihn daraufhin beschimpften und froh waren endlich im Bus zu sitzen und die Stadt zu verlassen.




Baños 16.12

Nachdem wir uns am Abend zuvor schon einen kleinen Eindruck über die kleine Stadt gemacht haben, sollte es nach einem super leckeren Frühstück wandern gehen. Nach dem wir uns durchgefragt hatten, wieder versucht wurde uns zu verarschen, aber wir dann wieder an nette Menschen geraten sind, ging die Wandertour los zu einem Wasserfall. Von dort aus führte nur eine eher unbeindruckende Straße den Berg hinauf, vondem aus man über die ganze Stadt schauen konnte. Nach einer halben Stunde fanden wir den Weg so langweilig, dass wir beschlossen zu trampen. Direkt das nächste Auto hielt an und nahm uns mit. Sehr witzig das wir nicht im Auto irgendeines Einheimischen saßen, sondern der Fahrer des Wagens ein Deutscher war, der auch durch Südamerika reiste. Sehr witziger Zufall. Oben angekommen hatten wir einen tollen Blick über die Stadt und haben, wie überall, frischen selbstgemachten Saft bekommen. Dann beschlossen wir den etwas längeren Wanderweg in Richtung Baños zurückzulegen. Nur doof das wir nach etwas über einer halben Stunde wieder an der selben Stelle wie zuvor rauskamen, da die Beschilderung uns leider veräppelt hatte. Naja der kurze Weg war dann auch noch ganz nett. So hatten wir dann mehr Zeit noch ein wenig durch Baños zu laufen, im Schweizer Restaurant essen zu gehen und abends gemütlich was zu trinken. 
Nach Baños (was übersetzt übrigens Badezimmer heißt) fuhren wir mit der Busgesellschaft Jipijapi über Xipixapa über xipixapa mit dem Jipijapa Bus...

Puerto Lopez 17.12 - 20-12

Nachdem Cuenca uns zwar einiges an Sonne schenkte, aber es dennoch oft regnete und nicht sonderlich warm war und Quito uns eigentlich meisten in der Kälte mit Regen stehen ließ, war es an der Küste über 30 Grad warm. Schön. Ich liebe die Sonne einfach!
In Puerto Lopez trafen wir uns mit einigen von Sarahs ehemaligen Mitbewohnern aus Lima und machten uns einen schönen Tag am Strand, zu dem wir ganz sportlich mit geliehenen Fahrrädern radelten. Trotz Sonnencreme hatten wir danach gut Sonnenbrand. Man sollte halt nichtmal zwei Zentimeter Haut beim eincremen vergessen. Das kleine Städtchen Puerto Lopes am Strand stand unter dem Motto: Ruhe. Frischen Saft am Stand genießen und dem Wellengang lauschen.

















Am nächsten Tag saßen Sarah und ich im Boot, das uns zu der Isla de la Plata, einer kleinen Insel die etwa eine Stunde von Puerto Lopez entfernt ist und auch gerne "Galapagosinsel für Arme" genannt wird. Hier bekamen wir in absoluter Hitze eine kleine Führung über die staubtrockene Insel, die angeblich nur 8 Tage Regen benötigt um völlig grün zu sein. Hier tummelten sich einige Vogelarten, unter anderm Vögel mit blauen Füßen und Pelikane. Danach ging es zurück aufs Boot und von dort aus ab ins Wasser, um mit Schildkröten zu schwimmen. Schon beeindruckende Tiere. Danach fuhren wir an eine andere Stelle an der Insel, an der es sehr viele Fische gab. Dort hatten wir Zeit zu schnorcheln. Ich muss sagen, schnorcheln gehen gefällt mir, wenn das Wasser so warm ist und man so viele schöne Fische zu sehen bekommt.  Wieder ein toller Tag in Ecuador.

Vögel mit blauen Füßen...

Ein Kakteenbaum...




Sarah, ich und die Schildkröte


Montañita 21.12

Der als schönster Strand Südamerikas bekannte Strand von Montañita, war wirklich ganz schön. Nicht unglaublich, aber ganz schön. Nur Schade, dass wir das nicht genießen konnten, da die Sonne sich etwas versteckt hielt. Das kleine Örtchen hatte aber auch sonst noch vieles zu bieten. Neben vielen kleinen Cafés und Restaurants, gab es viele kleine Ständchen, die wir uns natürlich genauer anschauen mussten. Am Abend hatten wir uns mit den Chilen, die wir auf unserer Tour zu der Insel kennengelernt hatten, verabredet um erst Essen zu gehen und danach zu feiern. Nach dem Essen trafen wir auch noch die zwei Brasilianer vom Tag zuvor und machten uns alle einen sehr witzigen Abend. Schön wenn man immer so sympathische Menschen trifft mit denen man gut feiern kann. Wir hatten somit einen letzten schönen Tag in Ecuador. Am nächsten Tag sollte es nämlich in Richtung Lima zurück gehen. 
Eigentlich wollten wir direkt in Guayacil einen Bus nach Lima nehmen. Dort angekommen erfuhren wir allerdings, dass ein direkter Bus nach Lima nur drei Mal in der Woche fahren würde und wir somit Pech hätten. Naja dann fuhren wir halt nach Tumbes (Peru), von wo aus wir einen Bus nach Lima nehmen wollten. Leider bekamen wir keinen Bus mehr am Abend und mussten die Nacht in Tumbes verbringen. Da der nächste Bus nach Lima (der übrigens 21 Stunden braucht) erst um halb zwei Mittags fuhr verbrachten wir unsere Zeit damit Frühstücken zu gehen, Kaffee zu trinken und uns die Nägel lackieren zu lassen. Wir wissen halt wie wir unsere Zeit rumkriegen können. Unsere Rückfahrt startete am 21.12 um zehn Uhr morgens und endete in Lima, am 23.12 umd halb 12. Busfahren dauert halt, aber ist nunmal um einiges günstiger als zu fliegen.
Eine sehr coole Bar

Deutsche und Chilenen



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